„Edward, hier ist Direktor Dawson. Ich rufe wegen Robin an.“
„Was ist passiert, Sir? Ist… ist alles in Ordnung?“
„Ich brauche Sie hier.“ Eine kurze Pause. „Ich würde das lieber nicht am Telefon erklären. Sie müssen das selbst sehen.“
Ich griff schon nach meiner Jacke. „Ich bin unterwegs.“
Ich erinnere mich nicht an die Fahrt. Nur daran, wie ich auf den Parkplatz der Schule fuhr.
Im Sekretariat sah man mich sofort, als ich hereinkam. Eine Mitarbeiterin stand auf – sie hatten auf mich gewartet. Ich folgte ihr durch den Flur. Sie ging schnell, ein Stück vor mir, ohne mich anzusehen.
Der ganze Gang hatte diese unheimliche Stille, die in Schulen herrscht, wenn etwas passiert ist und es alle wissen, aber noch niemand darüber spricht.
Dann wurde sie langsamer, kurz vor einer Nische neben der Bürotür, und blickte zur Wand.
Dort stand ein Mülleimer.
Und oben daraus ragten – in Stücke zerschnitten – Robins Jacke.
Nicht nur zerrissen wie am Vortag. Sie war regelrecht zerstört. Saubere Schnitte quer über die Vorderseite, die Aufnäher, die wir am Abend zuvor angebracht hatten, hingen lose herunter, der Kragen war vollständig abgetrennt.
Ich stand einfach da und sagte nichts. Weil es nichts zu sagen gab.
„Wo ist meine Schwester?“, brachte ich schließlich hervor.
Ich hörte Robins Stimme weiter hinten im Flur.