Ich starrte darauf.
„Sie hat Ihnen geschrieben?“
Er nickte.
„Ich habe ihn nie geöffnet. Ich konnte nicht. Feigheit ist eine schwere Last.“
Ich schloss die Tür und rutschte an der Wand hinunter, den Umschlag fest an meine Brust gedrückt.
Ashley kam barfuß herein, die Haare noch nass, nach Lavendelseife duftend.
„Wer war an der Tür?“
Ich sah zu ihr auf, Tränen brannten in meinen Augen.
„Nur jemand, der Hilfe gebraucht hat, Käferchen.“
Sie grinste, mit ihrer Zahnlücke.
„Du hilfst immer allen, genau wie Mom.“
Ich lächelte schwach.
Sie wühlte in ihrem Rucksack und zog einen halb zerbrochenen Keks vom Vortag heraus.
„Glaubst du, Mom wäre auch stolz auf mich?“
Ich nickte, unfähig zu sprechen, und zog sie in meine Arme, spürte ihren Herzschlag an meinem.
Eine Woche verging.
Ich rief bei der Kirche an, beim Heim, sogar bei einem Anwalt. Ich wusste nicht, was das Richtige war. Der Koffer stand unberührt hinten im Schrank.
Eines Abends öffnete ich schließlich Hannahs Brief.