„Richard“, sagte ich eiskalt. „Wer ist das?“
„Savannah Hayes“, lächelte er. „Meine Partnerin. Meine Stütze in dieser… schweren Zeit.“
„Partnerin?“ Meine Stimme schnitt durch den Raum. „Eleonore ist noch nicht einmal kalt, und Sie bringen Ihre Geliebte zur Testamentseröffnung?“
Savannah legte eine dramatische Hand an die Brust.
„‚Geliebte‘ ist ein so unschönes Wort. Wir führen eine Lebenspartnerschaft. Wir werden heiraten, sobald die Trauerzeit… angemessen vorbei ist.“
„Sie ist hier zur Unterstützung“, schnitt Richard ihr das Wort ab. „Und als zukünftige Ehefrau hat sie ein Recht, unsere Vermögenslage zu kennen. Lassen Sie uns das kurz halten. Ich habe um eins Golf.“
Harrison sah Savannah nicht einmal an. Er öffnete eine dicke Mappe.
„Wir vollstrecken den letzten Willen von Eleonore DuPont Vance, datiert auf den 14. Juli 2015.“
Richard lehnte sich zurück, verschränkte die Finger.
„Beginnen Sie.“
Harrison las trocken, juristisch, unbarmherzig. Richard vibrierte vor Gier.
„Artikel 4: sämtliches persönliches Eigentum geht an den Ehegatten Richard Vance. Immobilien, einschließlich des Penthouses an der Park Avenue, des Hauses in den Hamptons und des Chalets in Aspen – an Richard Vance. Die Mehrheitsbeteiligung an Vance Holdings – ebenfalls an Richard Vance.“
Ein zufriedenes Ausatmen entwich Richards Lippen. Er erhob sich bereits halb, strich sein Jackett glatt.
„Kurz und klar. Setzen Sie alles neu auf. Morgen fliegen Savannah und ich nach Saint-Barth. Erholung.“
„Setzen Sie sich, Mr. Vance“, sagte Harrison.
Nicht laut.
Aber wie ein Hammer.