Die Stimme meiner Mutter wurde weich. „Wir lagen auch falsch. Dich zu enterben. Nicht zu reagieren. Wir dachten, wir schützen dich, aber wir schützten nur unser Image. Es tut mir leid.“
„Ich brauche, dass ihr geht.“
Für ihr Entschuldigung war in meinem Kopf noch kein Platz.
Ich legte die Papiere auf den Tisch. Meine Hände waren ruhig.
„Ich brauche, dass ihr geht“, sagte ich zu meinem Mann.
Sein Kinn zitterte. „Wohin soll ich gehen?“
Er schluchzte.
Ich lachte einmal scharf.
„Das musste ich mit 17 herausfinden“, sagte ich. „Ich bin sicher, du schaffst das.“
„Tu das nicht“, sagte er. „Wir haben ein Leben. Ein Kind. Bitte.“
„Ich hatte das Recht zu wissen, wen ich wähle. Du hast vom ersten Tag an gelogen. Alles danach wuchs aus dieser Lüge.“
Ich ging in unser Schlafzimmer und holte einen Koffer.
Diesmal war ich kein verängstigter Teenager mehr.
Meine Mutter schwieg, Tränen auf ihrem Gesicht.