“Maya,” am șoptit.
Maya hatte Daniel ein paar Mal besucht. Ruhiges Mädchen, höflich auf eine vorsichtige Art.
Im Video gingen sie durch das Tor zur Bushaltestelle, stiegen zusammen in einen Stadtbus – und dann waren sie weg.
„Ich muss mit Maya sprechen.“ Ich wandte mich an die Schulleiterin. „Geht das?“
„Maya geht nicht mehr auf diese Schule.“ Sie zeigte auf das Video. „Sie ist plötzlich gewechselt. Das war ihr letzter Tag hier.“
Ich fuhr direkt zu Mayas Haus.
Ein Mann öffnete die Tür.
„Maya ist nicht hier. Sie wohnt für eine Weile bei ihren Großeltern.“
Ich versuchte, ruhig zu bleiben. „Kann ich Maya bitte sprechen? Sie war mit meinem Sohn an dem Tag, als er verschwand. Ich muss wissen, ob er etwas zu ihr gesagt hat.“
Er runzelte die Stirn und schien kurz innerlich abzuschließen. „Ich werde sie fragen, ob sie etwas weiß, okay?“
Dann schloss er die Tür.
Die Wochen danach waren die schlimmsten meines Lebens.
Wir hängten Flugblätter auf, posteten in allen lokalen Facebook-Gruppen und Schwarzen Brettern.
Auch die Polizei suchte, aber mit den Monaten ließ die Intensität nach. Bald fingen alle an, Daniel einen Ausreißer zu nennen.
Ich kannte meinen Sohn. Daniel war nicht der Typ, der einfach spurlos verschwindet.