Und ich würde nie aufhören, nach ihm zu suchen – egal wie lange es dauert.
Fast ein Jahr später war ich geschäftlich in einer anderen Stadt.
Ich hatte mich gezwungen, wieder ein Stück weit ein normales Leben zu führen – Arbeit, Einkäufe, Sonntags Telefonate mit meiner Schwester.
Nach meinem Meeting hielt ich in einem kleinen Café an.
Ich bestellte einen Kaffee und wartete am Tresen. Die Tür öffnete sich hinter mir, und ich drehte mich um.
Ein älterer Mann kam herein. Er bewegte sich langsam, zählte Münzen in seiner Hand, dick eingepackt gegen die Kälte. Es sah aus, als sei er obdachlos.
Und er trug die Jacke meines Sohnes.
Nicht irgendeine ähnliche Jacke – die Jacke, die Daniel an seinem letzten Schultag getragen hatte.
Ich wusste sofort, dass es die echte Jacke war: Das gitarreförmige Bügelbild auf dem zerrissenen Ärmel hatte ich selbst per Hand aufgenäht. Auch den Farbfleck auf dem Rücken erkannte ich, als der Mann sich zur Theke drehte und Tee bestellte.
Ich deutete auf ihn. „Machen Sie für diesen Mann auch Tee und ein Brötchen, bitte.“
Der Barista nickte.
Der alte Mann drehte sich um. „Danke, gnädige Frau, Sie sind so—“
„Woher haben Sie diese Jacke?“
Der Mann sah darauf. „Ein Junge hat sie mir gegeben.“
„Braune Haare? Etwa 16?“
Er nickte.