Ich spähte um den Baum. Als ich sah, wer in der Tür dieses heruntergekommenen alten Hauses stand, fühlte ich mich, als würde ich ohnmächtig werden.
„Daniel!“ Ich stolperte zur Tür.
Mein Sohn blickte auf. Angst weitete seine Augen.
Ein Schatten bewegte sich hinter Daniel. Er warf einen Blick über die Schulter, zurück zu mir, und dann tat er das Letzte, womit ich gerechnet hätte.
Er rannte.
Ein Schatten bewegte sich hinter Daniel.
„Daniel, warte!“ Ich beschleunigte, raste am alten Mann vorbei ins Haus.
Eine Tür knallte. Ich rannte den Flur entlang und rutschte in die Küche. Ich zog die Hintertür gerade rechtzeitig auf, um Daniel und ein Mädchen in den Wald rennen zu sehen.
Ich rannte ihnen nach, schrie seinen Namen, aber sie waren zu schnell.
Ich verlor sie aus den Augen.
Ich fuhr direkt zur nächsten Polizeistation und erzählte der diensthabenden Beamtin alles.
„Warum sollte er vor Ihnen wegrennen?“ fragte sie.
„Ich weiß es nicht“, sagte ich. „Aber ich brauche Ihre Hilfe, um ihn zu finden, bevor er wieder verschwindet.“
„Ich werde eine Suchmeldung rausgeben, gnädige Frau.“
Ich setzte mich. Jedes Mal, wenn sich die Tür öffnete, spannte sich mein ganzer Körper an. Immer wieder fragte ich mich dasselbe: Was, wenn er schon im Bus sitzt? Was, wenn er weg ist? Was, wenn das meine einzige Chance war?
Kurz vor Mitternacht kam der Beamte auf mich zu.