„Geh ein bisschen herum“, sagte sie und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Um die Ecke ist ein Café. Toller Kaffee, schreckliche Musik.“
Das klang nach mir.
Also ging ich.
Das Café war voll und warm. Kreidetafel-Menü, zusammengewürfelte Stühle, der Geruch von Kaffee und Zucker. Ich stand in der Schlange und starrte auf die Karte, ohne wirklich zu lesen.
Dann hörte ich eine Frauenstimme an der Theke.
Sie bestellte einen Latte. Ruhig. Ein wenig rau.
Der Rhythmus traf mich wie ein Schlag.
Ich sah auf.
Eine Frau stand an der Theke, graue Haare hochgesteckt. Gleiche Größe. Gleiche Haltung. Ich dachte noch: Merkwürdig – dann drehte sie sich um.
Unsere Blicke trafen sich.
Für einen Moment fühlte ich mich nicht wie eine alte Frau in einem Café. Es war, als wäre ich aus mir herausgetreten und würde mich selbst ansehen.
Ich starrte in mein eigenes Gesicht.
Ich ging auf sie zu.
In mancher Hinsicht älter, in anderer weicher. Aber meins.