„Bitte frag mich nie wieder“, sagte sie. „Ich kann darüber nicht sprechen.“
Also tat ich es nicht.
Das Leben schob mich weiter. Ich machte meinen Abschluss, heiratete, bekam Kinder, nahm einen neuen Namen an, bezahlte Rechnungen.
Ich wurde Mutter.
Dann Großmutter.
Von außen war mein Leben erfüllt. Aber in meiner Brust war immer dieser stille Ort, geformt wie Ella.
So könnte Ella heute aussehen.
Manchmal deckte ich den Tisch und ertappte mich dabei, zwei Teller hinzustellen.
Manchmal wachte ich nachts auf, überzeugt davon, ein kleines Mädchen hätte meinen Namen gerufen.
Und manchmal sah ich in den Spiegel und dachte: So könnte Ella heute aussehen.
Meine Eltern starben, ohne mir je mehr zu erzählen. Zwei Beerdigungen. Zwei Gräber. Ihre Geheimnisse nahmen sie mit. Jahrelang redete ich mir ein, dass das alles sei.
Ein verschwundenes Kind. Ein vages „Man hat ihre Leiche gefunden“. Schweigen.
„Oma, du musst mich besuchen kommen.“
Dann wurde meine Enkelin an einem College in einem anderen Bundesstaat angenommen.
„Oma, du musst mich besuchen kommen“, sagte sie. „Es würde dir hier gefallen.“
„Ich komme“, versprach ich. „Jemand muss ja ein Auge auf dich haben.“
Ein paar Monate später flog ich los. Wir verbrachten einen Tag damit, ihr Wohnheim einzurichten, stritten über Handtücher und Aufbewahrungsboxen.
Am nächsten Morgen hatte sie Unterricht.