Ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Nicht wirklich“, sagte sie. „Aber deinen Namen kenne ich schon mein ganzes Leben.“
„Setz dich, bevor ich es dir erzähle.“
Mein Hals verkrampfte.
Sie schluckte schwer. „Deine Eltern haben dich belogen, Evelyn.“
Ich hielt den Atem an.
„Am Tag nach meiner Geburt haben sie mich weggegeben.“ Sie legte eine Hand auf ihre Brust. „Ich bin Grace.“
Die Welt schwankte unter mir. Dieser Name — Grace — traf mich wie ein Stein, der ins Wasser fällt. Ich trat zurück.
„Nein. Das kann nicht sein.“ Meine Stimme brach. „Meine Eltern… Grace… Nein, das kann nicht passieren.“
Ihre Augen füllten sich.
„Deine Eltern haben dich belogen, Evelyn.“
„Deine Eltern haben dich belogen, Evelyn. Ich wurde gesund geboren. Aber deine Eltern — meine Großeltern — haben mich am Tag nach meiner Geburt weggegeben. Du warst noch so jung… das weiß ich jetzt. Arthur hat mich gefunden, nachdem er deine alten Briefe gelesen hatte.“
Ich zitterte, die Schultern zusammengesunken. „Ich habe dir jahrelang geschrieben, mein Liebes. Es müssen etwa hundert Briefe sein, die ich nie abgeschickt habe. Ich schrieb nur an mein Engel-Baby… in der Hoffnung, dass ich sie sehen würde, wenn meine Zeit auf der Erde abgelaufen war.“
Sie kniete sich neben mich, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Er hat sie gefunden. Er brachte mir einmal einen, nachdem ich diesen Laden eröffnet hatte. Er sagte, dass du mich nie aufgehört hast zu lieben — keinen einzigen Tag.“
„Deine Eltern haben dich belogen, Evelyn.“
Das stimmte.
Ich hatte endlose Stunden damit verbracht, Arthur von meiner Schwangerschaft zu erzählen, wie jung ich war und dachte, ich könnte es schaffen, und wie Graces Vater verschwand, sobald die zweite Linie auf dem Schwangerschaftstest erschien.