„Diese Schublade. Sie ist abgeschlossen.“
Sie runzelte die Stirn. „Papa hat seine Schubladen nie abgeschlossen.“
„Das dachte ich auch.“
Doch hier war es. Verschlossen.
Und plötzlich konnte ich nicht mehr aufhören, daran zu denken.
War es schon immer so gewesen?
Oder hatte er sie kürzlich abgeschlossen?
Und warum?
Ehrlich gesagt, war mir das vorher nie aufgefallen.
Ich rollte ins Schlafzimmer und suchte nach dem Schlüssel – nur an einem Ort konnte er sein: Martins Lieblingsjacke. Sie hing im Schrank, genau dort, wo er sie zurückgelassen hatte.
Ich griff in die Tasche und zog die Schlüssel heraus.
Zurück am Schreibtisch merkte ich, dass ich es vorher nie bemerkt hatte.
Jane folgte mir still, beobachtete.
„Du musst sie nicht gleich öffnen.“
Aber ich tat es. Ich konnte es nicht erklären, aber ich wusste, dass das, was in dieser Schublade war, wichtig war, auch wenn mir das Schloss ein ungutes Gefühl gab.
Mit zitternden Händen schob ich den Schlüssel hinein und drehte ihn. Das Schloss klickte.
In der Schublade lag ein Stapel ordentlich gebundener Briefe – dutzende, vielleicht noch mehr.