Ich nickte, fühlte, wie etwas in mir sich löste. Sechs Jahre lang hatte ich das allein getragen. Jetzt musste ich es nicht mehr.
Aber eines konnte ich nicht abschütteln, hätte ich mir nie vorstellen können: Mein Baby war die ganze Zeit am Leben gewesen.
Und ich hatte so viel Zeit mit Trauer verloren, statt beide Töchter zu kennen und zu lieben.
Zwei Monate später lagen wir auf einer Picknickdecke im Park, nur ich, Junie und Lizzy, Sonnenlicht auf dem Gras. Suzanne war wegen der Arbeit weg, und beide Mädchen waren bei mir.
Die Luft roch nach Popcorn und Sonnencreme, und beide Mädchen hatten Regenbogeneis, das ihre Handgelenke herunterlief.
Lizzy kicherte, Wangen klebrig. „Mama, du hast wieder Popcorn in meinen Kegel getan!“
Ich grinste, hob die heruntergefallenen Stücke auf. „Du hast mir doch gesagt, dass du es so magst, erinnerst du dich?“
Junie, mit vollem Mund, mischte sich ein: „Sie mag es nur, weil sie mich zuerst hat machen sehen.“
Lizzy streckte die Zunge raus. „Nee, ich habe es erfunden!“
Wir lachten, laut und echt. Keine Schwere, nur das Summen von Kindern, die herumrannten, die Musik ihrer Stimmen. Ich holte die neue Einwegkamera heraus, lila diesmal, von beiden Mädchen im Supermarkt ausgewählt.
Es war unsere Tradition geworden. Wir füllten Schubladen mit verschwommenen Fotos: klebrige Hände, verschmierte Grinsen, Schnappschüsse eines zurückeroberten Lebens.
„Lächelt, ihr zwei!“ rief ich.
Sie drückten ihre Wangen zusammen, Arme umschlungen, riefen beide „Cheese!“ Ich drückte ab, das Herz voller Glück.
Junie fiel mir in den Schoß. „Mama, bekommen wir alle Kamerafarben? Wir brauchen Grün und Blau und —“
Lizzy zog an meinem Ärmel. „Und Gelb! Das ist für den Sommer.“
Ich strich durch ihre Haare, fühlte mich so präsent, dass es fast weh tat. „Wir benutzen jede Farbe. Versprochen.“