Ich wachte immer noch auf und griff gewohnheitsmäßig nach der Trauer, selbst nachdem die Wahrheit ans Licht kam.
Eines Nachmittags, in einem sonnendurchfluteten Raum, saß ich Suzanne gegenüber. Junie und Lizzy spielten auf dem Boden, bauten einen Turm aus Bauklötzen, ihr Lachen in heller, unmöglicher Harmonie.
Suzanne sah mich an, die Augen geschwollen und roh. „Hassst du mich?“ fragte sie.
Ich schluckte. „Ich hasse, was du getan hast, Suzanne. Ich hasse, dass du es wusstest und geschwiegen hast. Aber ich sehe, dass du sie liebst, und das macht das alles erträglich. Du hattest zwei Jahre Zeit, es mir zu sagen. Ich hatte sechs Jahre Zeit zu trauern.“
Sie nickte, Tränen liefen über ihre Wangen. „Gibt es irgendeinen Weg, irgendeinen möglichen Weg, das zusammen zu machen?“
Ich warf einen Blick auf die Mädchen, die sich beim Spielen mit einem Puppenhaus überkreuzten. „Sie sind Schwestern. Das wird sich nie wieder ändern.“
Eine Woche später fand ich mich Marla in einem Mediationsraum gegenüber, die Hände fest verschränkt, Augen rot.
Sie sprach zuerst, die Stimme zitternd: „Es tut mir so leid, Phoebe. Ich wollte niemandem mehr wehtun.“
Ich lehnte mich vor, Wut und Schmerz mischten sich. „Warum dann?“
Marlas Geständnis kam stückweise. „In der Nacht im Kinderzimmer war Chaos. Deine Tochter wurde unter den falschen Unterlagen eingetragen, und als ich es merkte, geriet ich in Panik.“
Sie verdrehte die Hände in ihrem Schoß. „Ich machte eine Lüge, um die andere zu decken, und bis zum Morgen hatten wir uns alle darin verfangen.“
„Ich wollte niemandem mehr wehtun.“
Tränen liefen über ihre Wangen. „Ich sagte mir, ich würde es korrigieren. Dann sagte ich mir, es sei zu spät. Ich habe jeden Tag sechs Jahre damit gelebt.“
„Marla, was du getan hast, ist unverzeihlich.“
„Ich verdiene, was kommt!“ sagte sie, die Stimme brach. Sie sah fast erleichtert aus. „Auch wenn es bedeutet… Zeit zu verbüßen. Was auch immer es ist. Es tut mir leid. Aber vielleicht kann ich jetzt endlich atmen.“