Ich zwang mich zu atmen. Ich musste es tun. Ich öffnete die Tür und begann die Treppe hinunterzugehen. Jens Mund fiel auf.
„Oh mein Gott, ist das…?“
Lia blinzelte, schnaubte dann: „Du hast dein Kleid aus einer Uniform gemacht? Meinst du das ernst?“
Camilas Augen verengten sich. „Du hast eine Uniform dafür zerschnitten? Herrje, schau dich an, Chelsea.“
„Ich habe sie nicht zerschnitten. Ich habe etwas daraus gemacht, was er mir hinterlassen hat.“
Camila lachte. „Er hat dir Lumpen hinterlassen, Chelsea. Und das sieht man.“
Jen schüttelte den Kopf. „Was, Kellnern im Diner war nicht genug für ein richtiges Kleid?“
„Er hat dir Lumpen hinterlassen, Chelsea. Und das sieht man.“
„Sieht aus, als hättest du etwas vom Dollar-Laden an,“ fügte Lia hinzu. „Aber das ist total dein Stil.“
Ich blinzelte heftig und zwang die Tränen zurück.
Plötzlich klingelte die Türglocke – drei laute Schläge, die direkt durch ihr Gelächter schnitten.
Camila stöhnte. „Wahrscheinlich beschwert sich wieder jemand über dein Parken, Chelsea. Geh schon aufmachen.“
Ich versuchte es, aber meine Beine bewegten sich nicht.
Camila seufzte, schob mich beiseite und öffnete die Tür. Auf der Veranda stand ein Militäroffizier in voller Paradeuniform. Neben ihm eine Frau im dunklen Anzug, eine Aktentasche in der Hand. Beide sahen ernst aus.
„Sind Sie Camila, gnädige Frau?“ fragte der Offizier, die Stimme ruhig, aber bestimmend.
Sie richtete sich auf. „Ja. Gibt es ein Problem?“