Mir schnürte sich der Hals zu.
Barrys Stimme begann zu zittern. „Nach der Schule gingen wir zum Steinbruch, und als wir ankamen, warteten die älteren Jungs. Drei von ihnen. Sie sagten, wenn wir beweisen wollten, dass wir mutig seien, müssten wir entlang des schmalen Felsrands über dem Wasser klettern.“
Karen schnappte nach Luft.
„Der Sims war schmal“, sagte Barry. „Überall lockeres Geröll. Ein falscher Schritt und man konnte direkt in den See fallen. Ich geriet in Panik.“ Barry schloss die Augen. „Ich sah nur diesen Abgrund und rannte. Ich dachte nicht einmal nach. Ich rannte einfach nach Hause.“
„Und mein Sohn?“ fragte ich.
Barrys Stimme brach. „Er blieb.“
Karen schluchzte noch stärker.
„Er dachte wahrscheinlich, er müsse etwas beweisen“, sagte Barry traurig.
„Ich bin einfach nach Hause gerannt.“
Meine Hände begannen zu zittern. „Was ist mit ihm passiert?“
„Ich wusste es jahrelang nicht. Die Suche begann am nächsten Tag“, fuhr Barry fort. „Polizei überall. Hubschrauber. Leute, die Fragen stellten.“
„Warum hast du niemandem etwas gesagt?“ weinte Karen.
Barry sah sie mit Schuldgefühlen im Gesicht an. „Ich hatte Angst. Ich dachte, sie würden mir die Schuld geben. Ich redete mir ein, vielleicht schafft er es nach Hause. Aber tief im Inneren wusste ich, dass etwas schiefgelaufen war.“
„Was ist mit ihm passiert?“
„Als ich 19 wurde, traf ich einen der älteren Jungs, inzwischen ein Mann, an einer Tankstelle. Er tat so, als würde er sich an nichts erinnern. Aber ich drückte ihn gegen die Wand und sagte, ich will die Wahrheit. Da gestand er es endlich.“
Mein Herz hämmerte.
„Er sagte, dein Sohn sei ausgerutscht. Die Steine gaben unter seinen Füßen nach.“
Karen ließ einen gebrochenen Schrei los.