Aber er lebte dort nicht nur – er verschwand regelrecht dorthin.
Nach Wochen begann ich, innerlich zu zerbrechen. Ich frage mich, ob ich mich verändert hatte, ob er mich nicht mehr attraktiv fand oder ob etwas mit mir nicht stimmte.
Ich ging heimlich zu einer Ärztin, die mir empfahl, meinen Schlaf aufzunehmen. Sie wollte prüfen, ob ich wirklich schnarchte und wie stark.
Also tat ich es.
Ich wollte nur die Wahrheit über mich selbst wissen. Ich fand ein altes Aufnahmegerät und legte es neben mein Bett.
„Mal sehen, was wirklich passiert“, flüsterte ich in die Dunkelheit.
Am nächsten Morgen nahm ich es sofort zur Hand und drückte auf Play.
Stundenlang nur Stille – das leise Brummen des Kühlschranks, gelegentliches Knacken des Hauses. Kein Schnarchen. Nichts.
Und dann, genau um 2:17 Uhr, hörte ich Schritte. Fremde Schritte im Flur. Dann das leise Öffnen der Gästezimmertür.
Ich drehte die Lautstärke hoch.
Ein Stuhl wurde zurückgeschoben, ein Seufzer, und das leise Tippen auf einer Tastatur.
Ich erstarrte.
Ethan war wach – mitten in der Nacht. Entgegen seiner Behauptung.
Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Arbeit? Ablenkung? Gespräche? Aber warum dann diese Geheimniskrämerei?
An diesem Tag beobachtete ich ihn genau. Er wirkte müde – aber nicht wie jemand, der schlecht schläft, sondern eher… belastet. Vielleicht sogar schuldig.
Am Abend sagte er wieder: „Ich geh schlafen“, nahm seinen Laptop und verschwand.