Schließlich rief ich unseren Nachbarn Dave an, der zum Glück zu Hause war und sofort herüberkam. Gemeinsam hoben wir Lucas und brachten ihn ins Bett. Währenddessen entschuldigte sich mein weinender Sohn immer wieder.
„Es tut mir leid, Mama. Es tut mir leid.“
Ich küsste seine Stirn und zwang mich zu einem Lächeln. „Du hast nichts falsch gemacht, mein Schatz.“
Innerlich zerbrach ich.
Mark kam um 22 Uhr nach Hause, als wäre nichts passiert.
„Langer Tag“, murmelte er.
Ich starrte ihn ungläubig an. „Ich habe dich 17 Mal angerufen!“
Er zuckte mit den Schultern. „Ich war in Meetings.“
Dann verschwand er unter die Dusche.
Da leuchtete sein Handy auf dem Nachttisch auf.
Die Vorschau der Nachricht erschien, bevor ich mich davon abhalten konnte, sie zu lesen.
Der Kontaktname: Jessica (Kundin).
„Die Aussicht aus dem Hotel war fast so gut wie du. Ich kann unser Wochenende kaum erwarten.“
Die Jessica, die ich kannte, war Marks 22-jährige Sekretärin – keine Kundin.
Meine Hände begannen zu zittern.