Ich nickte, aber die Tränen liefen mir bereits über die Wangen.
Nach einer Minute sagte er:
„Sie können jetzt rein.“
Ich stand auf, wischte mir einmal über die Wangen und öffnete die Tür. Lily sah so schnell auf, dass ihr Stuhl über den Boden kratzte. Ihr Gesicht verkrampfte sich, als sie mich sah.
„Mama…“
Ich überquerte den Raum in drei Schritten und zog Lily in meine Arme. „Ich bin hier“, flüsterte ich in ihr Haar. „Ich bin hier, mein Schatz.“
Sie zog sich gerade so zurück, dass ich ihr Gesicht sehen konnte.
„Mama, ich wusste nicht, was ich sonst tun sollte.“
„Ich weiß, Liebling… ich weiß.“
„Ich habe versucht anzurufen und dann mein Handy…“ schluchzte sie. „Ich dachte, wenn ich warte, könnte etwas Schlimmeres passieren.“
Ich legte meine Hände an beide Seiten ihres Gesichts. Dann setzte ich mich ihr gegenüber und nahm ihre Hände.
„Schatz, warum bist du nicht einfach an der Straße geblieben und hast jemanden angehalten? Du hättest dich verletzen können.“
Lilys Kinn zitterte.
„Weil ich nicht einfach warten wollte. Alles, woran ich denken konnte, war, dass Oma Hilfe braucht. Ich habe sie immer wieder angesehen, und ich… ich konnte nicht einfach da stehen und hoffen, dass jemand rechtzeitig kommt.“
In ihrem Gesicht war kein jugendlicher Trotz. Nur Angst, Liebe und die schreckliche Erinnerung daran, eine Entscheidung getroffen zu haben, die kein 14-Jähriger je treffen sollte.
Ich hielt Lily fest.