„Können wir jetzt gehen?“
Selbst nach allem war ihr erster Gedanke noch Kathy. Das sagte mir mehr über meine Tochter als jede Disziplinpredigt je könnte.
Wir fuhren sofort ins Krankenhaus, und der Arzt traf uns im Flur.
„Kathy ist stabil. Es scheint, dass sie einen Schlaganfall hatte. Die Zeit war entscheidend. Wäre sie später angekommen, hätte das ihre Genesung viel schwerer gemacht.“
Lily atmete erleichtert aus. Ich griff nach ihrer Hand, ohne hinzusehen, und sie ergriff meine sofort zurück.
„Der Arzt möchte einen Familienangehörigen.“
Kathy sah im Krankenhausbett kleiner aus. Als ihre Augen öffneten und Lily am Bett sahen, füllten sie sich sofort.
„Lily“, flüsterte sie. „Liebling…“
Lily rückte näher.
„Ich bin hier, Oma.“
Kathys Finger zitterten, als sie ihre Hand hob. Lily nahm sie ohne Zögern.
„Du bist bei mir geblieben“, sagte Kathy.
Lily nickte, die Lippen fest aufeinander gepresst.
Dann sah Kathy mich an. Und ich sah es deutlich: Scham, Dankbarkeit und die plötzliche Erkenntnis, dass all ihr Gerede über Strenge nichts mit dem Wichtigsten in der schlimmsten Stunde ihres Lebens zu tun hatte.
„Du bist bei mir geblieben.“