Sie lächelte wehmütig. „Ich erinnere mich noch gut daran. Mein Walter war so nervös, er hat die Kliniktasche einen Monat zu früh gepackt.“ Ihre Hand zitterte leicht, als sie trank.
„Er klingt wie ein guter Mann.“
„Das war er, Ariel. Es ist einsam, wissen Sie, wenn man den Menschen verliert, der all Ihre Geschichten kennt.“ Sie wurde still, dann sah sie mich an. „Wer steht auf Ihrer Seite, Ariel?“
Ich starrte auf die Straße und versuchte, nicht zu weinen. „Niemand… nicht mehr. Mein Ex, Lee, ist gegangen, als ich ihm gesagt habe, dass ich schwanger bin. Und heute Morgen kam der Anruf… Zwangsvollstreckung. Ich weiß nicht, wie es weitergeht.“
Sie musterte mein Gesicht. „Sie haben das alles ganz allein durchgestanden.“
Ich lächelte schwach. „Sieht so aus. Ich bin wohl stur.“
„Stur ist nur ein anderes Wort für stark“, sagte Mrs. Higgins leise. „Aber selbst starke Frauen brauchen manchmal eine Pause.“
Der Rest des Rasens dauerte ewig. Mein Körper schrie vor Schmerz, aber fertig zu werden war das Einzige, was Sinn ergab. Als ich endlich fertig war, stellte ich den Mäher ab, wischte mir die Hände an der Hose ab und versuchte, das Flimmern vor meinen Augen zu ignorieren.
Mrs. Higgins drückte meine Hand, überraschend fest. „Du bist ein gutes Mädchen, Ariel. Vergiss das nicht.“ Ihr Blick war intensiv, als würde sie sich mein Gesicht einprägen. „Lass dir das von dieser Welt nicht nehmen.“
Ich versuchte zu scherzen. „Wenn die Welt etwas von mir will, muss sie warten, bis ich ausgeschlafen habe.“
Sie lächelte. „Ruh dich aus, mein Schatz.“
Ich winkte und schleppte mich nach Hause, dankbar für den Schatten. In dieser Nacht lag ich im Bett, die Hand auf meinem Bauch, und starrte an die Decke. Für einen Moment fühlte ich mich leichter.