Er sah zwischen uns hin und her. „Ihre DNA-Ergebnisse sind da. Henry, Sie sind der biologische Vater beider Zwillinge. Das ist… selten, aber nicht unmöglich.“
Anna schluchzte erleichtert, ihr ganzer Körper zitterte. Ich atmete endlich auf; alles war schwarz auf weiß klar.
Aber danach war nichts mehr einfach.
Als wir die Jungen nach Hause brachten, hörten die Fragen nicht auf.
Anna traf es härter als mich. Ich konnte einen Blick oder eine Frage abtun, aber Anna… sie musste darin leben.
Im Supermarkt lächelte die Kassiererin dünn: „Zwillinge, hm? Die sehen aber nicht gleich aus.“
Anna klammerte sich nur fester an den Wagen.
Beim Kita-Abgeben lehnte sich eine andere Mutter zu uns: „Welcher ist deiner?“
Anna zwang sich zu einem Lachen. „Beide. Die Genetik macht, was sie will, denke ich.“
Jahre vergingen so. Josh und Raiden lernten laufen, rennen, Eis zu verlangen, genau im schlimmsten Moment. Unser Haus war chaotisch, aber genau das Chaos, um das ich in jedem stillen Gebet gebeten hatte.
Trotzdem verblassten Annas Lächeln. Sie wurde nervös bei Familienfeiern, angespannt bei den Fragen meiner Mutter, stiller, wenn die Kirchengemeinde Gerüchte streute.
Dann, nach dem dritten Geburtstag der Jungs, fand ich Anna in ihrem dunklen Zimmer. Ich schaltete das Flurlicht ein.
„Anna? Alles in Ordnung?“
Sie zuckte zusammen, dann schüttelte sie den Kopf. „Henry, ich kann das nicht mehr. Ich kann dich nicht länger belügen.“
Mein Herz raste. „Wovon sprichst du?“