Fast einen Monat lang wurde das unser Alltag.
Ich kam aus der Schule nach Hause und fand Fäden auf dem Sofa. Er verbrannte zweimal das Abendessen, weil er gleichzeitig nähen und kochen wollte. Und eines Tages hatte er ein Pflaster am Daumen.
„Was ist passiert?“
Er sah kurz darauf. „Der Reißverschluss hat sich gewehrt.“
„Du hast dich beim Nähen verletzt, wegen eines Ballkleids?“
Er zuckte mit den Schultern. „Krieg verlangt von jedem etwas anderes.“
Ich lachte, aber irgendetwas in meiner Brust zog sich zusammen.
Meine Englischlehrerin, Mrs. Tilmot, machte diesen Monat nicht leichter.
Sie schrie nie. Das wäre einfacher gewesen. Sie beherrschte etwas viel Schlimmeres: Worte so ruhig zu sagen, dass man sich dumm fühlte, überhaupt verletzt zu sein.
„Sydney, versuch bitte wach auszusehen, wenn ich spreche.“
„Dieser Aufsatz liest sich wie eine Glückwunschkarte.“
„Du bist beleidigt? Wie anstrengend für uns alle.“
Ich redete mir ein, dass ich mir das alles nur einbildete.
Bis Lila sich eines Tages in Englisch zu mir beugte und flüsterte: „Warum hat sie es eigentlich ständig auf dich abgesehen?“
Ich zuckte mit den Schultern. „Vielleicht nervt mein Gesicht sie.“