„Woher haben Sie das?“, fragte ich und deutete auf ihr Handy.
Die Krankenschwester sah verwirrt aus. „Mein Handy?“
„Das Foto.“
Sie hob es auf und blickte auf den Bildschirm. „Oh. Das ist meine Großmutter.“
Ich konnte den Blick nicht von dem Gesicht dieser Frau lösen.
„Sie war Krankenschwester im Krieg?“, fragte ich. „An der Front stationiert.“
Die junge Frau nickte langsam. „Ja… woher wissen Sie das?“
Ich atmete tief aus. „Weil sie mich in einem Feldlazarett zusammengeflickt hat, als ich eigentlich hätte sterben sollen.“
Der Kassiererin fiel der Mund offen. Die Krankenschwester starrte mich nur an.
„Was?“, flüsterte sie.
„Sie hat mir das Leben gerettet“, sagte ich.
Die junge Frau sah auf das Foto, dann wieder zu mir – und begann noch stärker zu weinen.
„Ich bin mit Geschichten über sie aufgewachsen“, sagte sie. „Meine Mutter meinte immer, sie könne durch Stahl hindurchsehen.“
„Das klingt ganz nach ihr.“
Ein paar Leute in der Schlange traten näher, ohne es noch zu verbergen. Der Moment hatte sich gewandelt – von peinlich zu etwas Seltsamem, Menschlichem.
„Sie ist der Grund, warum ich das hier mache. Nicht nur den Job“, sie zupfte an ihrem Kasack und tippte dann auf die Dose Babynahrung, „sondern das hier.“
„Was meinen Sie?“, fragte ich.
Etwas in ihrem Ausdruck veränderte sich.